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Gemeinde
Tüntingen
Die Gemeinde Tüntingen umfasst die Orte Tüntingen, Hollenfels, Ansemburg, Bour, Marienthal, sowie den Marienthalerhof und den Klaushof.
Die ANSEMBURG scheint im 12. Jahrhundert entstanden zu sein, denn sie wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1135 erwähnt. Um 1440 heiratete Margareta von Ansemburg den Burgherrn von Simmern, Jean de Raville (Rollingen). Am 5. Oktober 1624 gab Florenz IV. von Raville, Herr von Ansemburg, den Brüdern Thomas und Nicolas Bidart aus Dinant, die eben die Simmerschmelz gegründet hatten, die Erlaubnis, in Ansemburg ein Eisenwerk zu errichten. Schon bald war Thomas Bidart der größte Steuerzahler des damaligen Herzogtums Luxemburg, während Florenz von Raville durch die Kriegslasten des Dreißigjährigen Krieges und die Armut seiner Untertanen in so große Verschuldung geriet, dass er bei Bidart Geld leihen musste. Schließlich ging am 10. März 1671 die gesamte Herrschaft Ansemburg in den Besitz der Erben Bidarts über.
Das neue SCHLOSS ANSEMBURG, ein großartiger Herrensitz, sollte für Bidart ein seinem Rang entsprechendes Schloss werden. Nachdem er von 1624 bis 1628 die alte Ansemburg und von 1628 bis 1639 Burg Hollenfels bewohnt hatte, erbaute er 1639 unweit der Hüttenschmiede einen Herrensitz mit zwei Rundtürmen zur Straßenseite. Es ist der heutige Mitteltrakt des Schlosses. Seine Tochter Marie-Anne Bidart und ihr Gemahl François de Thomassin wurden 1670 Erben des Eisenwerks und des Schlosses. Thomas Marchant, ein Neffe von Marie-Anne Bidart, erbte den Besitz 1711 und wurde am 10. Dezember 1728, zwei Tage vor seinem Tode, als Baron de Marchant d'Ansembourg in den Adelsstand erhoben. Sein Sohn Lambert-Joseph de Marchant liess 1735 die beiden Flügel mit den quadratischen Türmen anbauen und 1750 das prächtige Barockportal und die herrlichen Terrassengärten mit den Statuen und Springbrunnen errichten, nachdem er 1749 den Grafentitel erhalten hatte.
Nach dem Tode des Grafen Gaston d'Ansembourg, des ehemaligen luxemburgischen Gesandten in Brüssel im Jahre 1959 zog sein gleichnamiger Sohn in die alte Ansemburg um, wo er eine moderne Wohnung einrichtete. Anfang der neunziger Jahre verkaufte er das neue Schloss an eine japanische Gesellschaft.
In HOLLENFELS entstand im 11. Jahrhundert eine erste Burganlage, wahrscheinlich
oberhalb der heutigen Burg. Um 1041 wird Isenbald von Hollenfels erwähnt.
Der heutige Wohnturm (Donjon) wurde jedoch erst um 1380 erbaut. Von 1390
bis 1477 war Hollenfels zwischen den Herren von Hollenfels und Elter (Autel)
aufgeteilt. Dann wurde es dreiherrig zwischen den Familien von Greiffenklau,
Raville von Ansemburg und den Raugrafen von Salm. Der badische Oberst
Sebastian von Tynner kam um 1600 in den Besitz von Hollenfels. Sebastian
Tynner und seine Gattin Maria von Hohenstein stifteten 1612 die prachtvolle
Pietà der Tüntinger Pfarrkirche. Zwischen 1681 und 1683 fielen
französische und spanische Truppen abwechselnd in die Burg ein. J.B.
de Bias, der Hollenfels geerbt hatte, erbaute 1729 die Wohngebäude.
Nachdem Hollenfels 1778 zur Grafschaft erhoben worden war, verkaufte Louis-Antoine
de Bias das Schloss 1818. Über verschiedene andere Eigentümer
kam Burg Hollenfels 1948 in den Besitz des Staates, der dem Jugendherbergswerk
die Wohngebäude zur Verfügung stellte und den Service d'Ecologie
et de la Jeunesse in der Burg einrichtete.
Als Kaiserin Maria-Theresia 1766 die Erfassung des Grundbesitzes und
eine Volkszählung anordnete, zählte Tüntingen 26 Häuser
und 28 Familien mit 155 Einwohnern, während Hollenfels 38 Häuser
und 39 Familien mit 239 Einwohnern zählte. Tüntingen war damals
ein Bauerndorf, in dem die Hälfte der Einwohner Bauern, ein Viertel
Handwerker waren. Hollenfels war ein Burgdorf in dem zwei Drittel Handwerker
und nur ein Sechstel Bauern waren.
Heute zählt Tüntingen 208 Häuser und 621 Einwohner,
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