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Feuerwehr
Lintgen
Falls es an Zeugen des Zeitgeschehens fehlt, ist der Aktenbeleg das Wesen der Geschichte. Auf Grund von zwar mangelhaften Aktenbelegen sei es daher erlaubt einen
Einblick in die Entstehungsgeschichte unserer Feuerwehr zu wagen. Also kann man doch festhalten dass die Gründung beziehungsweise der Zusammenschluss von Leuten zu einem Feuerwehrkorps, sei es auf freiwilliger Basis oder sei es auf Geheiß der Gemeindeverwaltung im Jahre 1870 vollzogen wurde. Die in den Gemeindearchiven aufbewahrten Deliberationsregister geben uns nur inkohärenten Aufschluss über das Feuerlöschwesen aus der Vergangenheit in unserer Gemeinde. In einem Bericht der Gemeinderatssitzung vom 13. Dezember 1824 stellen wir erstmals fest, dass vom Feuerlöschwesen etwas erwähnt wurde. Im Jahre 1827 kauft die Gemeindeverwaltung eine Pumpe zum Feuerlöschen, sowie Leitern und ein Dutzend Eimer. Im Gemeindebudget von 1848 steht ein Kredit eingeschrieben zum Ankauf von Eimern und Feuerlöschinstrumenten und weiter steht es unter diesem Budgetartikel: „la compagnie le Sauveur ayant promis une pompe à feu“. Diese versprochene Pumpe scheint eingetroffen zu sein, da bereits in dem darauffolgenden Jahr im Artikel 70 des Budgets ein Kredit vorgesehen ist; „gegebenenfalls zum Instandsetzen der Feuerlöschpumpe“ Bei der Aufstellung des Budgets 1851 steht im Artikel 70 bei den Ausgaben die große Offenbarung, nämlich da wird zuerst von Feuerwehrleuten geredet. Hier der genaue Wortlaut: „Dépenses art 70 (même montant) pour réparer la pompe et 40 francs pour indemnités aux pompiers. Es ist also das Jahr 1850, in welchem das Budget für das Jahr 1851 aufgestellt wurde, die Bezeichnung “pompiers“ zum ersten Mal erfolgte. Man könnte also das Jahr 1850 vielleicht nicht als Gründungsjahr annehmen, aber mit Sicherheit als das Jahr in welchem nachweisbar eine Feuerwehr in Lintgen bestanden hat. Aber auch im hundertjährigen Buch des Landesfeuerwehrverbandes steht zu lesen dass bereits am 12. November 1862 die Wehr Lintgen bei einer Lagebesprechung beim Hüttenbesitzer Edouard Metz in Eich teilgenommen hat, zwecks Gründung eines Landesverbandes Auffällig im Budget 1875 ist die Gewährung eines Subsides von 100- Franken an das „Pompjeeskorps“ und ein außergewöhnliches Subsid von 120 Franken an das nämliche corps“ für neue Uniformen. Die Feuerwehr scheint also schon länger als Verein bestanden zu haben und zwar mit Uniformen, welche sicherlich abgenutzt waren und die Anschaffung von neuen sich daher aufdrängte. Dass unsere wackeren Vorfahren auch schon feuertechnisch auf der Höhe waren, können wir im oben besagtem Kalender nachlesen. Dort ist vermerkt, das im Monat Mai 1984 in Prettingen eine Feuersbrunst ausgebrochen war, welche die freiwillige Feuerwehr Lintgen zu meistern verstand. Aus alten Reglementen könne wir ersehen dass diese Wehr sehr straff
geführt wurde und dass sehr viel Sorgfalt auf das gute Benehmen ihrer
Mitglieder gelegt wurde. Es ist selbstverständlich, dass die wackeren nur mit primitivsten Löschmaterial ausgestattet waren, da die technische Entwickelung noch in den Kinderschuhen steckte. Diesem sollte jedoch sehr schnell abgeholfen werden, denn Kommandant Nik Maegen, sekundiert von Unterkommandanten Schoellen Jean, hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Wehr mit neuem Material auszurüsten und sie feuerschutztaktisch auszubilden.. Dass die Ausbildung der freiwilligen Feuerwehr nach festgelegten Dienstvorschriften ausgeführt wurde, ersehen wir aus Schriften, herausgegeben vom Landesverband. Anfang der dreißiger Jahren kam es zu einer Trennung in der Feuerwehr-
Gesanggesellschaft. Ein Teil der Mitglieder gründete 1932 den heutigen
Gesangverein „Sainte Cécile“ während die restlichen
Mitgliedern der Feuerwehr treuelieben. Im Jahre 1933 am Christi-Himmelfahrtstag
fand im Beisein des Kantonalverbandes und der Gemeindeverwaltung die Gründungsversammlung
der neuen Wehr statt..
So mussten im Oktober 1947, beim Brand der Kartonagefabrik des Herrn
Faber Jean die Löscharbeiten von einer Anzahl freiwilliger Dorfbewohner
mit den Gemeindearbeitern ausgeführt werden.
Im Jahre 1954 wurde anlässlich der Einweihung des neuen Gemeindehauses
der jungen Wehr ein neues Gerätehaus mit Garage, Versammlungslokal
und Büroräumen zur Verfügung gestellt. Die aus dem Jahre 1943 stammende Motorpumpe war nicht mehr zeitgemäß
und hatte durch Kriegseinwirkungen stark gelitten. Am 27. Mai 1956 wurde
von der Gemeindeverwaltung der Wehr ein modernes Löschfahrzeug übergeben
und in Dienst gestellt. Es war dies wohl der schönste Tag der Geschichte
der Feuerwehr Lintgen, zumal es das erste Löschfahrzeug im Kanton
Mersch war.
In der folgenden Zeit wurde ständig am Ausbau der Wehr gearbeitet
und ganz besonders mit starkem Akzent auf die Ausbildung und Fortbildung.
Es wurden wöchentliche Übungen eingeführt. Beteiligung
an großangelegten Übungen im In- und Ausland standen auf der
Tagesordnung. Am Heiligabend 1961, wurde dem Zivilschutzzenter Lintgen das erste Ambulanzfahrzeug
der Marke Citroen Carrier überreicht.
Am 20. April 1963, besuchte S.K.H. Erbgroßherzog Jean das "centre
d'intervention" von Lintgen.
Im Jahre 1965 übernahm Herr Birscheidt Henri die Funktion des "chef de centre" in Lintgen, die r bis zum Jahre 1978 zur vollsten Zufriedenheit aller ausführte, ihm stand Herr Marcel Roben als "chef de centre adjoint" zur Seite. Die Unterkünfte für das vielfältige Material erwiesen sich ganz schnell als zu klein. Im Jahre 1970 wurde ein Architektenbüro mit der Ausarbeitung von Bauplänen für eine moderne Feuerwache beauftragt. Am 6. Juli 1971 feierte die Wehr Lintgen ihr hundertjähriges Bestehen. Ein außergewöhnlicher Feiertag welcher sicherlich in die Annalen der Geschichte unserer Wehr eingegangen ist.
Seit 1972 wurde ein Bereitschaftsdienst eingeführt, um die Einsatzbereitschaft
rund um die Uhr zu gewährleisten. Im Jahre 1981 wurde das ausgediente Löschfahrzeug aus dem Jahre 1956 durch eine modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 ersetzt. Am 2. Mai 1984 erfolgte die Grundsteinlegung für moderne, zeitgemäße Garagen und Unterkünfte mit Installationen für Freiwillige Feuerwehr und Protection civile. Nach Beendung der Arbeiten konnten am 3.Mai 1986 in Präsenz vom
S.K.H. Erbgroßherzog Henri und viel Prominenz aus dem öffentlichen
Leben die neuen Räumlichkeiten ihren Bestimmungen übergeben
werden. Im Jahre 2002 wurde dieses Gebäude dann am Mai, in Präsenz zahlreicher Ehrengäste seinen Bestimmungen übergeben. Während zwei Tage fand unter Mitarbeit von Armee, Polizei, ausländischen Hilfsorganisationen und den Einheiten der Protection civile eine „Porte ouverte“ statt. Die Wehr Lintgen steht im Jahre 2004 unter der Leitung von Herr Carlo Birscheidt ihm zur Seite stehen Schiltz Guy Unterkommandant, Schuller Henri Schriftführer, Rinnen Roland Kassierer und die Herren Cottong Claude, Hoffmann Mike, Schiltz Nico und Thill Pierrot als Sektionschefs. Zur Zeit verfügt die Wehr Lintgen über 40 aktive Mitglieder zwischen 16 und 65 Jahren, davon sind 28 atemschutztauglich. Jede Woche findet in Zusammenarbeit mit den Wehren Steinsel und Walferdingen
wöchentliche Übungen statt. Betrachten wir die Einsätze pro Monat muss man feststellen dass
sich rund 20 Einsätze pro Monat zu erledigen sind. An fahrbarem Material stehen der B.N.S. Lintgen folgende Fahrzeuge zur
Verfügung: Die im Jahre 1967 gegründete Jugendsektion der Wehr Lintgen, derem Effektiv zur Zeit 20 Jugendliche zwischen 8 u. 16 Jahre angehören, stehen unter der Leitung von Dentzer Patrick, Kemp Jeannot und Mikolajczyk Tom. In Spiel und Spaß werden diese Jugendlichen , Mädchen und Jungen alle 14 Tagen auf ihren späteren Job vorbereitet. Höhen und Tiefen sind in der 134 jährigen Vereinsgeschichte der Wehr Lintgen erlebt worden. Aber mit Geschick, Ausdauer, Kompetenz und Taktgefühl wurden Talsohlen durchquert bis der Weg wieder zur Höhe führte. Leute wurden ausgebildet, Mannschaften aufgebaut, die bereit sind ihre freiwillige, ehrenamtliche und humanitäre Aufgabe im Dienste der Mitbürger zu erfüllen.
Kontaktadresse: Carlo BIRSCHEIDT Wehrleiter 62, rue principale L-7450 Lintgen Tel.: 32 60 04 GSM: 621 130 372 E-Mail: carlo.birscheidt@secours.etat.lu
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