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Chronik des Feuerwehrkantonalverbandes MERSCH


Bei der Gründung des Luxemburger Landesfeuerwehrverbandes im Jahre 1883 bestanden im Kanton Mersch schon acht aktive Wehren. Aus den Reihen dieser Wehren, wurde Herr Charles Knaff aus Fels als Vertreter des Kantons Mersch in den Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes bestimmt. Bereits im Jahre 1885 wurde in Fels ein Landesfeuerwehrkongress abgehalten, wo zukunftsbestimmende Richtlinien festgelegt wurden. Aus verschiedenen Berichten ist zu ersehen, dass durch die Impulse von Charles Knaff die Vorstände der Kantonalwehren, die inzwischen auf vierzehn angewachsen waren, sich regelmäßig trafen, um über Probleme im Feuerlöschwesen zu befinden.
Gegen Ende des Jahres 1912 rief der Landesverband dazu auf, im ganzen Land kantonale Feuerwehrverbände einzusetzen. Eine General-versammlung der Verbandswehren des Kantons Mersch, wurde von Herrn Emile Becker aus Fels in seiner Eigenschaft als Kantonal-Vertreter und Feuerwehr-Inspektor für den 15. Dezember 1912 um 3 Uhr nachmittags in den Saal des Stadthauses in Mersch einberufen.

Fast ein Jahr später wurde die offizielle Gründung in Mersch vorgenommen und zwar am 14. Dezember 1913, wo Delegationen von 16 Wehren vertreten waren.

In der Gründungsversammlung wurde Herr Arthur Duscherer aus Mersch zum Kantonalpräsidenten, Herr Possing aus Schoos zum Vizepräsidenten, Nic Jaeger aus Bissen zum Schriftführer-Kassierer, Emile Becker aus Fels zum Kantonalinspektor, Arthur Duscherer zum Ausschussmitglied gewählt.

Unter dem Impuls dieses Vorstandes begann eine rege Aktivität des Kantonalverbandes, parallel zu jener des Landesverbandes. Aber auch innerhalb des Kantons Mersch wurde eine echte, kameradschaftliche Zusammengehörigkeit aufgebaut. Die Kantonalfeste, wie sie seinerzeit praktiziert wurden, unterstrichen die Kameradschaft der Feuerwehrmänner. Die Wehren ihrerseits wetteiferten um die Organisation solcher Feste. Dank der intensiven Arbeit des Kantonalverbandes konnten die Wirren des Ersten Weltkrieges überwunden werden. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Wehren im Kanton auf 24 an.

Festzuhalten ist, was die einzelnen Wehren anbelangt, dass die Wehr Tüntingen schon im Jahre 1883 bestand, dann aber 1915 wegen interner Schwierigkeiten aufgelöst und erst 1982 wieder neu formiert wurde. Bemerken wir auch, dass sich im Jahre 1961 in Hünsdorf, Gemeinde Lorentzweiler, eine Wehr formierte, die aber im Jahre 1978 wegen internen Schwierigkeiten wieder aufgelöst wurde.

Der Kantonalverband Mersch bewies, wie bereits erwähnt, neben seiner eigenen Aktivität auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband. So wurden in den Jahren 1885 und 1931 in Fels sowie 1935 und 1967 in Mersch der Landes-Feuerwehrkongress organisiert. Des weiteren waren Mitglieder der Wehren des Kantons Mersch beteiligt an der Gründung der Sterbekasse, wo Leo Duscherer lange Jahre als Schriftführer und Präsident mitverantwortlich zeichnete.

Außerdem bekleidete Emile Becker Senior aus Fels während vielen Amtsperioden den Posten des Vizepräsidenten der Feuerwehr-Föderation sowie als Kantonalinspektor.

Höhen und Tiefen hat der Kantonalverband Mersch in seiner jetzt 75jährigen Geschichte erlebt. Vorstandsmitglieder lösten sich ab und wurden ersetzt. Es sei hier festgehalten, dass das Präsidentenamt nach Arthur Duscherer, Alfons Kuffer anvertraut wurde. Nach dessen Tod übernahm Leon Duscherer den Posten. Sein Nachfolger wurde Präsident Emile Becker am 31. März 1963.

In unzähligen Vorstandssitzungen und Delegiertenversammlungen wurde die Gestaltung der Kantonalaufgaben behandelt und festgelegt. Probleme wurden erörtert und zu lösen versucht. Stets wurde eine faire, fruchtbringende Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltungen angestrebt, die im Endeffekt bis zur heutigen Zeit immer von Erfolg gekrönt war.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges musste, wie überall im Lande, ein neuer Anfang gemacht werden. Mit Tatkraft und Überlegung wurde die Zusammengehörigkeit wieder eingeführt. Neue Akzente wurden gesetzt, die zu einem weiteren Aufwärtstrend führten. Die Kantonalfeste wurden immer mehr durch Kantonaltagungen ersetzt, wo Probleme im Feuerlöschbereich erörtert und behandelt wurden. Durch die Beteiligung jüngerer Kräfte auf kantonaler Ebene, wurde mehr auf die feuerwehrtechnischen Aufgaben Wert gelegt, damit der Fortschritt im Feuerlöschwesen garantiert werden kann.

Am 28. Juni 1959, gelegentlich der Kantonalfeier in Rollingen/Mersch, wurde die erste Kantonalfahne feierlich eingeweiht, als Sinnbild der Einheit im Kanton Mersch.

Im Januar des Jahres 1969 wurde auf der Delegiertenversammlung in Brouch die kantonale Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen.

Am 1. Januar 1991 übernahm Henri Schuller das Amt des Kantonalpräsidenten. Mit Hilfe eines dynamischen Kantonalvorstandes wurde unter seiner Führung die Ausbildung der Wehren verbessert, die Jugendarbeit wurde besonders gefördert und es wurde auch viel Wert auf Brandschutzerziehung und vorbeugenden Brandschutz gelegt.

Die letzten Jahre sind gekennzeichnet durch verschiedene Fusionen. Vor einigen Jahren fusionierten die drei Wehren der Gemeinde Fischbach: Angelsberg, Fischbach und Schoos zu einer Gemeindefeuerwehr. Den selben Schritt unternahmen die drei Wehren der Gemeinde Böwingen, nämlich Böwingen, Brouch und Buschdorf. Ebenfalls fusionierten die drei Wehren der Gemeinde Lorentzweiler, nämlich Blascheid, Helmdingen und Lorentzweiler. Die drei Wehren der Gemeinde Nommern arbeiten ebenfalls seit einigen Jahren als „Service d‘Incendie de la commune de Nommern“ zusammen, jedoch haben die drei Wehren, Cruchten, Nommern und Schrondweiler ihre Eigenständigkeit als Verein beibehalten. Die Wehren Heffingen und Reuland arbeiten ebenfalls sehr eng zusammen, die Planungen für ein zentrales Gerätehaus laufen auf Hochtouren. Die Wehren Reckingen und Mersch haben fusioniert.

Für ein wenig Aufregung im Landesverband sorgte im vorigen Jahr der Antrag der Wehren Steinsel und Walferdingen, um dem Kantonalverband Mersch beitreten zu dürfen. Nach einigen Diskussionen erlaubte der Zentralvorstand Anfang dieses Jahres den Wechsel.

Der Kantonalverband Mersch, der sich zur Zeit aus 20 Wehren zusammensetzt, verfolgt auch weiterhin seine konstruktive Arbeit auf lokaler, kantonaler und nationaler Ebene.

Anlässslich der Kantonaltagung 2004 in Lintgen erhielten der Kantonalverband sowie die Kantonaljugend jeweils eine neue Fahne.

So wie die Vergangenheit bewiesen hat, dass das Fundament fest zusammengefügt ist, wird auch in Zukunft der Kantonalverband Mersch bestrebt sein, dieses Erbe auszubauen und zu festigen.

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